Wichtelfrühling

 

In einem alten hohlen Baumstumpf wohnte die Familie Waldwichtel. Hier hatten sie den ganzen Winter verbracht und als nun endlich der Frühling ins Land zog, regnete es tagelang. Der kleine Wichtel Emil sah durch das Fenster auf die triefenden Frühlingsblumen, draußen war alles nass und ungemütlich.

„Geh schlafen mein Schatz, der Regen verschwindet sicher bald!“, sagte seine Mutter und strich ihm über das Haar. Als Emil am nächsten Morgen aufwachte, fiel ein Sonnenstrahl durch das kleine Fenster. Er steckte den Kopf hinaus und rieb sich die Augen. Vor der Haustür fegten seine Eltern das alte Laub fort.

„Ist das nicht herrlich, endlich Sonne und all die schönen Schneeglöckchen!“, rief ihm sein Vater zu. Der kleine Wichtel juchzte: „Ich komme gleich!“ Schnell kramte er seine Kleider unter dem Bett hervor, zog sich hastig an und hüpfte zur Tür hinaus. Erfreut schaute er sich um.

„Jetzt ist es richtig Frühling!“

Platsch, platsch, da hüpfte jemand von einer Pfütze zur nächsten, es war Toni, Emils Freund. „Hallo Emil, wollen wir den Frühling einläuten?“, fragte er, machte einen großen Schritt vorwärts und sprang mit einem Satz an einem Schneeglöckchen hoch. Lässig klammerte Toni sich an einen Blumenstiel und schaukelte damit vor und zurück. Erstaunt guckte Emil ihm zu, drehte einen Fuß auf der Stelle und blickte verstohlen über die Schulter zu seinen Eltern.

„Na, nun mach schon!“, schmunzelte sein Vater. Das ließ der kleine Wichtel sich nicht zweimal sagen, schwang sich aufgeregt an einem Stiel hoch und das Schneeglöckchen schaukelt mit ihm hin und her. Erst langsam und dann immer schneller, bis die Schneeglöckchen leisen bimmelten. Das weckte eine Hummel in ihrem Erdloch auf, die fast den Frühling verschlafen hätte. Sofort flog sie aus ihrer Höhle, um den ersten Honig zu schlecken. Dabei schoss sie an den beiden Wichteln vorbei. Toni schreckte auf, ließ den Stiel los und klatschte in eine Pfütze.

„Ach du liebe Zeit!“, rief Emils Mutter und holte schnell eine Decke. „Hast du dir weh getan?“, fragte sie Toni.

„Nöö, habe mich nur erschreckt“, antwortete er, legte sich die Decke um und zog die nassen Sachen aus.

„Ich habe euch einen heißen Kakao gemacht, kommt setzt euch auf die Bank!“, sagte Emils Vater.

„Es hat aber trotzdem Spaß gemacht!“, sagte Toni und schlürfte seinen Kakao.

„Das nächste mal ziehen wir eine Matschhose an, dann werden wir nicht nass!“, kicherte Emil.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    GiTo (Sonntag, 29 März 2015 19:19)

    Du schaffst es immer wieder mich sprachlos zu machen!!!!
    LG

  • #2

    mitmachelfe (Sonntag, 29 März 2015 19:54)

    Danke Gito. Mit dieser Geschichte lief es ein bissel zäh. Aber heute hatte ich dann den richtigen ( hoffe ich) Einfall. LG Gitta