Weihnachten am Waldrand

 

 

In der letzten Nacht waren dicke Schneeflocken vom Himmel gefallen, die hatten den Wald in ein glitzernd weißes Kleid gehüllt. Winnie, die kleine Maus, saß gemütlich in ihrem Häuschen am Ofen. Als sie sich einen Tee kochte, klopfte jemand leise ans Fenster. Es war die Meise Flips, die gerne bei Winnie vorbeischaute, um ein wenig zu plaudern. Winnie öffnete ihr die Tür.

„Schön, dich zu sehen. Ich habe gerade Tee gekocht, komm herein!“

„Ich muss dir unbedingt etwas erzählen“ sagte Flips aufgeregt, als sie sich durch die kleine Eingangstür zwängte. Die Meise setzte sich in den großen grünen Ohrensessel, während die Maus ihr einen Tee eingoss.

Dann fing Filps an zu erzählen. „Gestern war ich bei den Häusern der Menschen, dort konnte ich durch ein Fenster blicken. Drinnen sah ich ein Tannenbaum, der über und über mit glitzernden Dingen bedeckt war. Der war so wunderschön! Aber ich verstehe nicht warum die Menschen das tun, weißt du das?“

„Ich habe gehört, die Menschen nennen es Weihnachten“, antwortete Winnie.

„Weihnachten, sagst du? Das gefällt mir!“, meinte Flips. „Schade, dass wir Tiere im Wald kein Weihnachten feiern“, fügte die Meise nachdenklich hinzu.

„Warum nicht? Lass uns beide doch auch Weihachten feiern!“, fand Winnie.

„Hää, wie das denn?“ Filps war verwundert und überrascht zugleich.

Die kleine Maus ging zu ihrem Schrank, zog die unterste Schublade auf und zeigte hinein. „Sieh mal!“, strahlte sie. Flips staunte nicht schlecht. Da kamen Strohsterne, rote Schleifen und ein Buch mit der Aufschrift, Die Weihnachtsgeschichte, zum Vorschein.

„Alles ein Geschenk von meiner Oma, das hatte ich fast vergessen“, erinnerte sich Winnie und hielt einen Strohstern hoch.

„Komm wir holen Tannenzweige!“, rief die Maus, während sie sich eine Jacke überzog.

„Och, es war doch gerade so gemütlich!“, murmelte die Meise, als sie vom Sessel rutschte und Winnie in den verschneiten Wald folgte. Kurz darauf standen sie vor einer großen Tanne. Winnie und Flips sammelten dort ein Bündel Tannenzweige, das sie, als sie wieder zu Hause waren, in einen Topf stellten. Zusammen banden sie die Strohsterne und Schleifen an die Zweige.

„Das sieht hübsch aus“, meinte die kleine Maus. „Und noch ein paar Knabbereien.“ Mit den Worten stellte sie einen Teller auf den Tisch, legte Kekse und Nüsse darauf und kochte neuen Tee. „Jetzt machen wir es uns gemütlich und ich lese die Weihnachtsgeschichte vor“, sagte Winnie.

Flips lehnte sich im Sessel zurück und nickte. „Hört sich gut an.“ Und die Meise lauschte der Geschichte von Maria und Joseph, den Engeln, den Hirten und dem Kindlein in den Krippe, bis der Mond und die Sterne am Himmel standen.


zum Geschichtenkorb
zum Geschichtenkorb

                                                                                                                                                            nächste Seite


Kommentare: 0