Schneemann mit Hund

Anna-Lena sah schlecht gelaunt aus dem Fenster auf den verschneiten Garten. Wie hatte sie sich auf den ersten Schnee gefreut und nun war sie krank geworden. Fiebrig saß sie im Wohnzimmer auf dem Sofa, eingewickelt in eine Wolldecke. Draußen hüpfte und kreischte ihr großer Bruder Lukas mit seinen Freunden herum. Die Jungen bewarfen sich mit Schneebällen, während Anna-Lena ihnen missmutig zusah und ihren Tee schürfte.

Sie beobachte Ole, Lukas besten Freund, der aufgeregt in den Garten kam. „Hi, Leute!, seht mal was ich habe.“ Er hielt eine alte Backform hoch und schüttete einige Eierkohlen in den Schnee. Die Kohle färbte den Schnee sofort schwarz.

„Was ist denn das? So was habe ich noch nie gesehn!“, meinte einer der Jungen und kratzte sich am Kopf.

„Oh man, das sind doch Eierkohlen, ich war auf Schatzsuche in Opas Schuppen“, lachte Ole. „Cool, das ist genau das Richtige. Jetzt können wir einen Schneemann bauen!“, rief Lukas. „Also los, ich dreh die größte Kugel !“ Er hatte schon einen Schneeball geformt, legte ihn vor sich und fing an zu rollen.

„Na toll, nun bauen die auch noch einen Schneemann, ohne mich!“, maulte Anna-Lena, als ihre Mutter gerade nach ihr sah.

„Aber Schätzchen, ärgere dich doch nicht“, Mama strich ihr über das Haar und ging wieder aus dem Zimmer.

„Ich ärgere mich aber“, flüsterte Anna-Lena ihrem Teddy ins Ohr. Dann hielt sie ihn zum Fenster und meinte: „Guck mal, so große Kugeln haben sie schon gerollt!“ Schmollend sah sie zu, wie die Jungens die Kugeln mit vereinten Kräften übereinander stapelten. Danach formten sie noch Arme und Füße aus Schnee. Für die Augen, Nase und Mantelknöpfe nahmen sie die Eierkohlen und ganz zum Schluss kam die Backform oben auf den Kopf.

Taps, taps, Anna-Lena hörte Schritte, jemand öffnete die Tür.

„Na, Schwesterchen, wie findest du den Schneemann?“, fragte Lukas und schaute um die Ecke. „Langweilig, der hat ja nicht mal einen Hund!“, antwortete Anna-Lena und streichelte ihren Teddy. Lukas zog die Tür wieder zu, lief lachend zu seinen Freunden und rief: „Anna-Lena hat gesagt der Schneemann braucht einen Hund. Bauen wir einen dazu?“

„Cool, das machen wir“, sagte Ole begeistert. Lange dauerte es nicht und der Schneemann hatte einen Hund an seiner Seite. Obwohl es ihre Mutter nicht gerne sah, ging Lukas mit schneeverschmierten Stiefel ins Wohnzimmer und als er fragte: „Und, wie findet unser krankes Mäuschen den Hund?“, zuckte Anna-Lena mit den Schultern. Ärgerlich legte sie den Teddy zur Seite, zeigte aus dem Fenster und murmelte: „Der Hund sieht aus wie ein Schwein!“

Lukas überlegte kurz und kam auf eine Idee, „aha, dann müssen wir aber noch etwas ändern. Halt dich an mir fest, wir sind auch gleich wieder zurück, damit Mama nichts merkt!“ Lukas zog die Decke fest um Anna-Lena, nahm sie Huckepack und lief mit ihr zum Schneehund.

„Na, nun mach mal ein richtiges Schwein draus!“, schmunzelte Lukas und Anna-Lena bohrte dem Hund zwei Löcher in die Nase.

„Guckt mal, nun hat der Schneemann ein Schwein!“, grölte Ole und alle lachten.


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Kommentare: 2
  • #1

    GiTo (Dienstag, 12 Januar 2016 17:52)

    Aber der Schneemann hat keine rote Nase.... oder hat die jemand geklaut???
    LG

  • #2

    Gitta (Dienstag, 12 Januar 2016 18:01)

    Nein der Schneemann hat eine schwarze Nase, weil die Nase aus Eierkohlen ist. Karotten waren gerade aus ;) :) LG Gitta