Familie Schneemann - Winzigklein


In einem verwunschenen Garten lag ein großer Stein, überwuchert von einer Tanne. Nur wenn man genauer hinsah, entdeckte man klitzekleine Fenster und eine Tür. Eiskalt war es in diesem winzigen Haus, denn es war das Heim der Familie Schneemann, die hier den größten Teil des Jahres verbrachte.

„Wie langweilig, immer im Haus, ich will nach draußen!“, maulte Karlchen, der erst zwei Jahre alt war und keine Erinnerung mehr an der letzten Winter hatte.

„Schneemänner können nur im Winter rausgehen, du darfst jetzt auf keinen Fall vor die Tür gehen, sonst schmilzt du!“, ermahnte Karlchens Vater ihn jeden Tag.

Wieder einmal saß Karlchen auf seinem Lieblingsplatz am Fenster und sah auf die bunten Blätter, die von den Bäumen fielen. Nebenan auf den Spielplatz tobten Kinder im Laub herum.

„Bald können wir auch wieder nach draußen, mein Kleiner“, sagte Mama Schneemann und putzte die Gläser aus Eis. Einige Tage später konnte der kleine Schneemann nicht einschlafen, der Wind heulte um das kleine Haus und die Zweige der Tanne fegten auf dem Dach hin und her. Erst als der Wind nachließ fielen ihm die Augen zu. Als er am nächsten Morgen aufwachte, war alles hell. „Draußen ist alles weiß, so weiß wie wir!“, rief Karlchen aufgeregt. Da hielt ihn nichts mehr, er riss die Tür auf und schwups war er draußen. Die Tür stand noch offen und der Winzling wollte sich gerade in den Schnee fallen lassen, da wurde er am Arm hochgezogen.

Papa, Papa!“, schrie Karlchen um Hilfe.

Du liebe Zeit Elvira, das Menschenkind stiehlt unser Kind!“, rief Papa Schneemann, der durch die offene Tür hinter seinem Sohn hergelaufen war. Jedoch sollte man wissen, dass Schneemänner sich so langsam bewegen, dass es für einem Menschen nicht sichtbar ist.

Oh nein, oh nein!“, Mutter Elvira konnte nur die Augen verdrehen, was hätte sie sonst auch tun können?

Was hast du denn da?“, ertönte eine Stimme vom Gartentor her.

Der Junge mit dem kleinen Schneemann in der Hand antwortete: „Sieh mal Mama, damit will ich spielen!“

Der ist aber niedlich, den hat bestimmt ein anderes Kind gebaut. Und sieh mal, auch noch zwei andere! Stell ihn doch wieder dazu, wenn er kaputt geht ist das Kind sicher traurig!“, sagte die Mutter des Jungen, als sie von der Pforte auf ihn zuging. Der sah sich um, murmelte etwas Unverständliches und stellte Karlchen wieder zu seinen Eltern.

„Was für ein Glück!“, ganz zittrig vor Aufregung sahen die winzigen Schneemänner den beiden nach, die durch das Gartentor auf den Spielplatz verschwanden.


 

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Kommentare: 2
  • #1

    Friedolin Frostig (Donnerstag, 29 Januar 2015 23:08)

    So eine nette Geschichte.
    Es freut mich eine Geschichte über winzig kleine Schneemänner zu lesen, da ich selber auch nur 2cm groß bin und es sozusagen meine Verwandten sind :)
    Liebe Grüße
    von Schneemann zu Schneemann.

  • #2

    mitmachelfe (Freitag, 30 Januar 2015 10:26)

    Guten Tag Friedolin,
    Es freut mich dich kennenzulernen. Das es ja nun schneit, wirst du bald wieder zum Leben erweckt und der kleine Karl darf wieder vor die Tür ;) LG