Der verkochte Pudding

Über den Himmel zogen Wolken die Ähnlichkeit mit Wattebällchen hatten und die Vögel zwitscherten um die Wette. Fey, die Elfe, lag auf der alten Bank unter einer großen Buche. Zufrieden betrachtete sie ihr Werk: Den ganzen Frühling hatte sie darauf geachtet, dass die Blumen gut aus der Erde kamen. Sie hatte Laub beiseite gezogen, Erde von den frischen Trieben geputzt und die Nacktschnecken ferngehalten. Jetzt blühte alles, Schmetterlinge flatterten umher und Bienen landeten summend auf den Blüten. Endlich konnte sie sich eine Pause gönnen. Doch die war nur kurz, denn das Sommerfest der Elfen stand vor der Tür.

Plötzlich hörte Fey ein Rascheln in den Bäumen. Sie sah hoch und erblickte die Elfen Ola und Zina, die über die alten Apfelbäume geflogen kamen. Sie schwirrten auf die große Buche zu und landeten in ihren Zweigen. „Fey, was wollen wir für das Fest vorbereiten?“ Die Elfen sahen fragend auf Fey. Die zuckte mit den Schultern, strich über ein Blatt und schaute sich um. „Ich hab’s!“ Fey schnipste mit den Fingern. „Hinten im Garten wachsen Walderdbeeren. Daraus machen wir Erdbeerpudding.“ „Oh ja!“ Kichernd schwangen sich die zwei Elfen vom Baum. „Lasst uns an die Arbeit gehen, morgen muss alles fertig sein!“

Zusammen flogen sie über das hohe Gras zum knorrigen Ahornbaum, unter dem die Beeren wuchsen. Sie pflückten ein Blatt vom Baum, auf dem sie viele der roten Früchte sammelten. Als es von Beeren überquoll, trugen sie es in Feys Küche. Dort duftete es nach Blumen und Kräutern, die bundweise von der Decke hingen. In einer Ecke stand ein uralter Kohleherd, darin machte Fey zuerst Feuer. Dann kramte sie einen zerbeulten Topf hervor. Ola und Zina säuberten die Erdbeeren, die sie zusammen mit Zucker in den Topf füllten. Nachdem die Früchte kurze Zeit auf dem Herd gestanden hatten, blubberte es im Topf.

Ola suchte nach einem Rührlöffel. Dabei entdeckte sie etwas anderes, es glänzte. Sie griff danach und zog ein silbernes Buch aus dem Küchenschrank. „Was für schöne Kleider!“, sie hielt das Buch hoch und zeigte auf die Bilder. „Fey hast du dir ein neues Kleid für das Fest gekauft?“ „Dafür reicht mein Taschengeld leider nicht!“, traurig betrachtete Fey die schönen Kleider und seufzte: „Für das Fest habe ich nichts Schönes anzuziehen!“ „Ach was, wir sehn mal nach.“ Ola und Zina durchstöberten Violas Kleiderschrank und schleppten mehrere Kleider in die Küche. Zusammen überlegten sie, welches Kleid Fey zum Fest anziehen sollte. „Das grüne Kleid finde ich so schön“, meint Ola. „Also mir würde das gelbe gefallen“, sagte Zina. Gerade als sie sich für eins entschieden hatten, schreckte Fey hoch. „Was riecht hier so?“ „Ach du je, der Pudding!“ Zina steckte den Finger in den Topf, fast hätte sie sich verbrannt, und probierte. „Das schmeckt!“ „Das ist doch kein Pudding! Es ist nur noch eine klebrige Masse! Und was machen wir jetzt?“ Entsetzt starrte Ola in den Topf. „Geleekonfekt! Wir machen Geleekonfekt!“, strahlte Fey, nahm die Topflappen vom Haken, fasste nach dem Topf und goss die Masse auf eine Platte. „Das lassen wir über Nacht abkühlen und morgen schneiden wir es in kleine Würfel.“

Ihr glaubt ja gar nicht, wie gut den Elfen das Konfekt geschmeckt hat. Alle wollten das Rezept haben.


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