Besuch vom Osterhasen

 

An einem trüben Tag im Frühjahr saßen Willi und Ella Kaninchen in ihrem Haus beim Kräutertee. „Ach hätten wir doch eine Beschäftigung, im Garten ist noch nichts zu tun und die Kinder sind aus dem Haus“, seufzte Ella. Als sie das gerade ausgesprochen hatte, pochte es an der Haustür.

„Wer kann das sein?“, verwundert öffnete Willi die Tür. „Sie? Was für eine Ehre, kommen sie herein, Herr Osterhase!“

„Sagen sie einfach Gerd zu mir.“ Der Osterhase trat ein.

„Möchten sie auch eine Tasse Tee?“, fragte Ella ganz aufgeregt.

„Gerne“, meinte Gerd. „Ähm, weshalb ich gekommen bin: Würden sie mir bei den Ostervorbereitungen helfen?“

„Oh wie gerne würden wir das, aber wir sind doch Kaninchen und keine Hasen.“ Willi schob seine Tasse an die Seite und rieb sich die Nase, das machte er immer, wenn er verlegen war.

„Warum sollte das ein Problem sein?“, fragte der Osterhase nachdenklich.

Ella kramte in einer Schublade und zog einen alten Pinsel hervor. Erfreut hielt sie ihn hoch und meinte: „Wir helfen ihnen, ich bemale die Ostereier!“

„Und ich verteile sie!“, die beiden Kaninchen waren mächtig stolz, dass sie dem Osterhasen helfen durften. In den nächsten Tagen hatten sie alle Hände voll zu tun. Ella färbte Eier und Willi reparierte einen alten Osterhasenkorb. Am Ostermorgen schnallte sich Willi den mit bunten Eiern gefüllten Korb auf den Rücken und machte sich auf den Weg zu den Osternestern der Kinder. Gerade als er das letzte Ei in ein Nest gelegt hatte, hörte der ein merkwürdiges Geräusch. Kurz darauf sprang ein Ei auseinander und heraus schaute ein Küken. Willi war völlig verdutzt. „Wie, was, das geht doch nicht!“, stammelte er.

„Piep, piep“, machte das flauschig, gelbe Federknäuel.

„Alleine hier lassen kann ich dich nicht, also nehme ich dich mit zu mir. Was wird Ella nur sagen?“, fragte sich Willi ziemlich ratlos, nahm das Küken und setzte es in den leeren Korb. Die Sonne stand schon hoch am Himmel, als das Kaninchen an einer Hecke vorbei, den Hügel hinauf zu seinem Haus zurückkehrte. Ella stand dort auf der Wiese und wartete schon auf Willi. Erstaunt sah sie auf den Korb und fragte: „Was bringst du da niedliches mit?“ Erleichtert stellte Willi den Korb ab, nahm das Küken vorsichtig heraus und setzte es auf die Wiese.

„Es könnte schwierig für uns werden, aber ich mochte es nicht zurück lassen. Es ist doch noch so klein!“, Willi rieb sich die Nase.

Ella zuckte mit den Achseln, ging auf das Küken zu und kraulte es. „Lassen wir uns überraschen, wir schaffen das schon!“

„Wunderbar, du bist doch die Beste.“ Willi nickte, legte den Arm um Ella und beide betrachteten das Küken, wie es auf der Wiese herumlief.

 

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