Bei Tante Tine

Der kleine Wichtel Emil saß auf dem Hocker im Flur, den Kopf auf die Hände gestützt. Er wunderte sich über die Unruhe, die seine Eltern verbreiteten. Sie rannten hin und her, sobald sie am Spiegel vorbeikamen warfen sie einen Blick hinein und zupften an ihren Haaren. Zu allem Überfluss zogen sie ständig neue Kleider an.

„So jetzt wollen wir los!“, sagte Emils Mutter dann plötzlich. Sie hielt dem kleinen Wichtel seinen Rucksack hin, aus dem sein Teddybär herausschaute. Emil nahm den Rucksack und drückte ihn an sich. „Papa und ich sind zu einer Hochzeit eingeladen. Du darfst heute bei Tante Tine in Blumenhausen übernachten. Wir bringen dich gleich zu ihr.“

„Ich will aber hier bleiben!“, rief Emil seiner Mutter hinterher, doch die hatte bereits die Tür geöffnet.

„Das geht nicht, außerdem bis du doch gerne bei deiner Tante!“, erwähnte sie, bevor sie hinaustrat.

„Heute aber nicht!“, maulte Emil.

„Na, nun komm“, rief sein Vater, der inzwischen im Garten wartete. Mürrisch schlurfte der kleine Wichtel hinter seinen Eltern her, dabei schleifte er seinen Rucksack über den Boden.

 

„Hallo, guten Abend!“, rief Onkel Alex, der zusammen mit Tante Tine auf Emil wartete. Sie standen winkend auf dem Grashügel, von dort konnten sie die Wichtelfamilie schon kommen sehen.

„Es ist so wunderschön bei euch!“, schwärmte Emils Mutter, als die drei den Hügel erreicht hatten und sie von dort einen Blick auf Blumenhausen werfen konnte.

„Komm Schatz, wir müssen los. Morgen können wir uns mehr erzählen, sobald wir Emil wieder abholen!“ Emils Vater schaute ungeduldig auf die Uhr.

„Bis morgen mein Spatz und sei schön artig.“ Die Mutter strich Emil noch einmal über den Kopf bevor sie ging.

 

„So kleiner Mann, wir backen jetzt Pizza, du darfst deine selbst belegen.“

Tante Tine faste Emil bei der Hand, lief mit ihm den Grashügel hinab zu dem großen Tontopf, in dem Tante Tine und Onkel Alex wohnten.

„Ich mag gerne Pizza!“, freute sich der kleine Wichtel. In der Küche stand schon alles parat und beim Verteilen von Tomaten, Salami und Käse hatte Emil schnell vergessen, dass er ja eigentlich nicht hier sein wollte. Nachdem sie die Pizza verspeist hatten, spielten sie noch Wichtel ärgere dich nicht. Als es Zeit wurde ins Bett zu gehen, las Tante Tine noch ein Märchen vor. Emil lauschte der Geschichte, kuschelt sich mit seinem Teddy in die Decke und kurz darauf war er eingeschlafen.       


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